Hermann Färber MdB: "Lückenlose Aufklärung der Manipulationen im Prüfbericht der IARC zu Glyphosat"

„Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat in ihren Prüfungsberichten für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über das Pflanzenschutzmittel Glyphosat zehn maßgebliche inhaltliche Änderungen und Streichungen vorgenommen. Nur diese manipulative Vorgehensweise erlaubte es der IARC zu ihrem Urteil zu gelangen, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ sei. Die Nachrichtenagentur Reuters deckte diese Handhabungen auf und veröffentlichte die Ergebnisse ihrer Recherchen in zwei Artikeln am 14. Juni 2017 und am 19. Oktober 2017. Gestützt wird der Vorwurf durch Protokolle gerichtlicher Untersuchungen, die in den USA stattgefunden haben.

„Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat in ihren Prüfungsberichten für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über das Pflanzenschutzmittel Glyphosat zehn maßgebliche inhaltliche Änderungen und Streichungen vorgenommen. Nur diese manipulative Vorgehensweise erlaubte es der IARC zu ihrem Urteil zu gelangen, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ sei. Die Nachrichtenagentur Reuters deckte diese Handhabungen auf und veröffentlichte die Ergebnisse ihrer Recherchen in zwei Artikeln am 14. Juni 2017 und am 19. Oktober 2017. Gestützt wird der Vorwurf durch Protokolle gerichtlicher Untersuchungen, die in den USA stattgefunden haben. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) ist weltweit die einzige Einrichtung mit der Bewertung „wahrscheinlich krebserregend“. Aufgrund der Tatsache, dass die Bewertung durch die IARC nicht nur völlig unwissenschaftlich, sondern massiv verfälschend und manipulierend vorgenommen wurde, muss das Pflanzenschutzmittel Glyphosat durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) neu beurteilt werden. Gegner von Glyphosat haben die von der IARC genutzten Studien stets für „höherwertig“ gehalten, da sie „unabhängig veröffentlicht“ seien - da nun aber feststeht, dass sie von der IARC manipuliert und inhaltlich verändert wurden, erfordert dies eine umgehende Aufklärung von Seiten der WHO. In diesem Zusammenhang muss die WHO auch der Frage nachgehen, welche Interessen Prof. Christopher J. Portier verfolgte, der 2015 der technische Berater des Glyphosat-Monographieteams war. Die IARC hatte seine Zugehörigkeit als Aktivist zum amerikanischen Umweltschutzbund „Environmental Defense Fund“ nicht öffentlich gemacht. Obendrein stand Portier selbst offenkundig während seiner Expertentätigkeit für die IARC bereits in einem Interessenkonflikt, denn nur wenige Tage, nachdem das IARC die viel zitierte Krebs-Monographie herausgab, hat er mindestens zwei lukrative Beraterverträge erhalten; u.a. für Kanzleien in den USA, die Sammelklagen gegen Monsanto bearbeiten. Wie aus Anhörungsprotokollen amerikanischer Gerichte hervorgeht, erhielt Portier dafür rund 160.000 Dollar. Jahrelang sind Verbraucher durch die manipulierten Berichte der IARC und ihre Bewertung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ im höchsten Maße beunruhigt und verunsichert worden. Daher fordere ich, dass sämtliche Manipulationen der Originalstudien und weitere Ursachen, die zu dieser falschen Bewertung geführt haben, lückenlos aufgedeckt werden. Ich habe daher die Bundesregierung ersucht, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anzuhalten, den Sachverhalt hinsichtlich der widersprüchlichen Einschätzungen der beiden WHO-Einrichtungen IARC und FAO/WHO Joint Meeting of Pesticide Residues (JMPR) aufzuklären und die Bewertung anhand der Originalstudie erneut vorzunehmen. Aufgrund der Tatsache, dass die EU über die Verlängerung der Zulassung bis Ende 2017 entscheiden muss, habe ich das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgefordert, mit den entsprechenden Informationen und Handlungsempfehlungen an die Europäische Kommission heranzutreten, damit diese eine sachdienliche und neutrale Abwägung vornehmen kann. Es muss jetzt aber vordringliches Ziel sein, dass eine erneute Bewertung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat auf rein sachlicher Ebene und wissenschaftlicher Basis schnellstmöglich erfolgt.“

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