Energiewende und Hochwasserschutz

Rundgang um den Simonsbach-Stausee in Donzdorf
Viele gute Gespräche habe ich bei meinem kürzlichen Rundgang um den Simonsbach-Stausee in Donzdorf führen können. Gemeinsam mit Wolfgang Amann, Energie- und Umweltexperte, haben wir über die Chancen, Möglichkeiten und etwaigen Herausforderungen bei der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien gesprochen.
 
 
Klimaschutz ist eines der zentralen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen der nächsten Jahre. Ein wesentlicher Faktor beim Klimaschutz ist die Senkung des CO2-Ausstoßes. 
Ziel der Energiewende ist es, die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen - beim Stromsektor, aber auch bei Wärme und bei Verkehr. 
Gerade im Stromsektor gilt es, die sichere Versorgung weiter zu erhalten und Strom bezahlbar zu halten. Insbesondere der für die Stromerzeugung eingesetzte Energiemix ist hier daher von Bedeutung. So ist der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Bruttostromverbrauch von 6 % im Jahr 2000 auf 46 % im Jahr 2020 gestiegen. 
An der erneuerbaren Stromerzeugung hat beispielsweise Photovoltaik einen Anteil von bereits 20 %. 
Mehr und mehr wird also die benötigte Energie  - vor allem Strom - inzwischen aus Sonne oder Wind erzeugt. Dies geschieht in vielen über das Land verteilten dezentralen Anlagen. 
Um das besondere Merkmal von Sonne und Wind, der Wetterabhängigkeit und damit der Unbeständigkeit zu begegnen, müssen Auffangmechanismen verlässlich greifen. So muss Energie aus Spitzenzeiten geschickt verteilt werden, um die Nachfrage bedienen zu können. Und Überschuss muss gespeichert werden, um sie bei Flaut anbieten zu können. 
 
 
Gleichzeitig bot uns der Simonsbach-Stausee als Hochwasserrückhaltebecken auch die Gelegenheit, uns über Hochwasserschutz und den Schutz vor unerwarteten Wetterereignissen auszutauschen.
Bund und Länder arbeiten mit dem "Nationalen Hochwasserschutzprogramm" bereits seit Jahren zusammen. Technischer Hochwasserschutz allein kann aber leider keine absolute Sicherheit vor extremen Wetterereignissen gewährleisten. Das zeigt auch die jüngste Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands. Die zunehmende Häufigkeit von Starkregen und Hochwassern wird oft als eine Folge des Klimawandels gesehen. 
Bei solchen Wetterereignissen wird immer wichtiger, wie viel Wasser in kurzer Zeit in einem Gebiet versickern und rückgehalten werden kann. Das betrifft vor allem Gebiete, in denen große Wassermassen aufgrund von Starkregen oder Schneeschmelze in kurzer Zeit abfließen - etwa in Hanglagen. Hier erhöhen sich die Hochwassergefahren. 
Um Gefahren durch Hochwasser und Überflutungen  - auch Starkregen - zu vermeiden oder zu verringern, können die Länder Hochwasserentstehungsgebiete durch Rechtsverordnungen ausweisen. In solchen Gebieten ist es wichtig, das natürliche Wasserversickerungs- und Wasserrückhaltevermögen zu erhalten oder zu verbessern, indem Böden entsiegelt oder geeignete Flächen aufgeforstet werden. 

Hermann Färber
- einer von uns!