Bewusstsein für Landwirtschaft stärken

Kreisbauernverband und Familie Keyl luden zu Rundgang und Diskussion

Bei der Hofbesichtigung im Rahmen der Veranstaltung
Bei der Hofbesichtigung im Rahmen der Veranstaltung "Landwirtschaft erleben. So ist es wirklich!"

Unter dem Motto „Landwirtschaft erleben. So ist es wirklich!“, luden der Kreisbauernverband und die Familie Keyl zur Information und Diskussion auf den Rauhwiesenhof.

„Wir möchten allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich direkt bei uns über die Landwirtschaft zu informieren“, so der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes und Bundestagsabgeordnete Hermann Färber. Er freute sich, dass die Familie Keyl letzten Samstag auf dem Rauhwiesenhof in Ebersbach-Roßwälden den Auftakt zu der Veranstaltungsreihe „Landwirtschaft erleben. So ist es wirklich!“ machte. „Hierdurch erhalten Interessierte einen Einblick in die Landwirtschaft, bekommen Hintergründe erklärt, bauen mögliche Vorurteile ab und können sich ein eigenes Bild machen“, verdeutlicht Färber. Der Kreisbauernverband möchte ein solches Gesprächsangebot künftig durch verschiedene Veranstaltungen dieser Art kreisweit anbieten.

Am Samstag folgten rund 30 Interessierte der Einladung. Sie wurden von Jungbauer Jonas Keyl, der den Hof gemeinsam mit seiner Frau, seinen Schwiegereltern und drei Teilzeitbeschäftigten betreibt, herumgeführt. Dabei erklärte er ihnen alles von der Ernte bis zum fertigen Produkt. Eine besonders angeregte Diskussion ergab sich am Hühnerstall. Die Familie Keyl, die sich mit einer Pferdepension, der Haltung einer Mutterkuhherde und dem Anbau von Getreide für eine Mühle weitere Standbeine geschaffen hat, hält insgesamt 3.600 Legehennen in artgerechter Bodenhaltung. Was sich für den Laien nach viel anhört, „ist für einen Familienbetrieb wie uns, die davon leben, recht klein. Durchschnittlich werden in Deutschland 30.000 Legehennen pro Betrieb gehalten. Unser verhältnismäßig kleiner Bestand funktioniert nur durch das Prinzip der Direktvermarktung – also durch das Anfahren von Privatkunden, Metzgern, Restaurants usw.“, erklärte Jonas Keyl. Für ihn ist es wichtig, das Verbraucherbewusstsein für regionale Produkte zu stärken. „Dadurch, dass wir weniger Tiere halten, sind die Kosten für den Stall und die Produktion teurer. Doch wir erzeugen Qualitätsprodukte. Unsere Tiere erhalten nur bestes selbst angebautes Futter – Mais sowie Weizen und in diesem Jahr etwas Soja aus eigenem Anbau. Wir wissen ganz genau, was unsere Hennen zu sich nehmen und wie sie aufwachsen. Zudem haben sie mehr Platz und einen überdachten Auslauf, der ihnen ein Bad in der Sonne oder das Scharren im Stroh ermöglicht. Das macht das Ei zwar teurer, doch für uns gehört das dazu“, verdeutlicht der Landwirt. Er würde sich wünschen, dass den Verbraucherinnen und Verbrauchern diese Hintergründe bewusster werden.

„Nur jedes dritte Ei, das in Baden-Württemberg gegessen wird, wurde auch hier gelegt. Dabei stärkt das Einkaufen beim Erzeuger die heimische Landwirtschaft und die Wertschöpfung bleibt in der Region“, verdeutlicht Keyl, der bereitwillig Auskunft über seine Arbeit gab. „Mir darf man ruhig Löcher in den Bauch fragen – und bei den meisten meiner Kollegen ist das nicht anders“, bot der Landwirt an. „Einfach ansprechen und sich ein eigenes Bild machen“, schlug er vor. Denn oft werde in jüngster Zeit durch die Medien ein kritisches und verzerrtes Bild der Landwirtschaft gezeichnet.

Dies konnte auch Hermann Färber bestätigen. Er stand den Besuchern nach dem Hofrundgang für eine ausführliche Diskussion zur Verfügung, was ihm ein besonderes Anliegen war. „Zwar veranstalten wir jährlich einen Tag der offenen Hoftür, doch dabei kommt oft die Diskussion zu kurz. Wir möchten ein klares Signal nach außen geben, dass wir unsere Arbeit gerne erklären und nichts zu verstecken haben“, hebt der Vorsitzende des Kreisbauernverbands hervor, der auch Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft ist. „Aus meiner Sicht muss das Bewusstsein für die Landwirtschaft gestärkt werden. Jeder ist auf sie angewiesen. Durch die direkte Information der Verbraucherinnen und Verbraucher soll die Akzeptanz und die Unterstützung der Landwirte vor Ort erhöht werden – davon profitieren alle“, so Hermann Färber.

Weitere Bilder zu der Veranstaltung finden Sie hier.

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