Hermann Färber MdB: „Intensiver Austausch und direkte Einblicke“

Göppinger Bundestagsabgeordnete nahm an Delegationsreise in die USA teil

Der Göppinger Abgeordnete Hermann Färber nahm vor kurzem an einer Delegationsreise des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft in die USA teil. Bild: Deutscher Bundestag/Blanke
Der Göppinger Abgeordnete Hermann Färber nahm vor kurzem an einer Delegationsreise des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft in die USA teil. Bild: Deutscher Bundestag/Blanke
„Für die USA ist Deutschland der wichtigste Handelspartner innerhalb der EU. Wir sind dank unserer ökonomischen Stärke hoch angesehen und unsere Haltung zu politischen Themen wird ernst genommen. Es ist deshalb wichtig, dass wir direkt mit unseren US-amerikanischen Partnern ins Gespräch kommen, um thematische Vorbehalte abzubauen, Standpunkte auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu finden“, erklärt Hermann Färber.

Zusammen mit fünf Kollegen des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, nahm der Göppinger CDU-Bundestagsabgeordnete vor kurzem an einer einwöchigen Delegationsreise in die USA teil. Schwerpunkt der zahlreichen Gespräche mit Vertretern aus Regierung, Politik, Wirtschaft, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen, stand das geplante transatlantische Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union (TTIP).

„Im Gespräch mit Vertretern der deutschen Wirtschaft, die auf dem US-amerikanischen Markt aktiv sind, wurden uns zahlreiche Beispiele genannt, die ihre Arbeit erschweren. Hierzu zählt der enorme bürokratische Aufwand, der vor allem kleinen und mittelständischen Betrieben den Marktzugang erschwert, Doppelzertifizierungen, Zölle für Verpackungen sowie aufwändige Überprüfungen beim Import von Waren“, verdeutlicht Hermann Färber. „Durch ein gemeinsames Freihandelsabkommen, das insbesondere eine Bürokratievereinfachung  und somit einen erleichterten Marktzugang sowie Zollsenkungen vorsieht, ergeben sich große wirtschaftliche Chancen, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen“, betont der Parlamentarier, der hinzufügt, dass Deutschland bereits mit 130 Staaten derartige Freihandelsabkommen unterhält.

„Allerdings gibt es auch strittige Punkte wie die unterschiedlichen Standards, den Investorenschutz und Regelungen bei der Herstellung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Lebensmitteln, insbesondere den Einsatz von Genprodukten und Hormonen“, ergänzt Hermann Färber, der sich weiter für einen intensiven Dialog einsetzt.

„Anders als bei uns, wo bei der Produktherstellung – Lebensmittel eingeschlossen – jeder einzelne Schritt überwacht wird, wird in den USA mehr auf Eigenverantwortung gesetzt und häufig erst das Endprodukt kontrolliert. Allerdings haften die Unternehmen dann auch uneingeschränkt für dieses Endprodukt“, erörtert Färber, der sich für die Beibehaltung hoher europäischer Verbraucherschutzstandards stark macht. Er begrüßt daher, dass in dem Mandat der EU-Kommission für die TTIP-Verhandlung die Absenkung von Standards in diesem Bereich ausgeschlossen wird. Er stellt aber auch klar, dass in den USA ebenfalls hohe Standards gelten. Diese seien nur nicht identisch mit unseren.

„Neben den offenen und vertrauensvollen Gesprächen, erhielten wir einen interessanten Einblick in die vielfältigen Produktionsformen der US-amerikanischen Landwirtschaft“, so Hermann Färber weiter. Die Delegation besuchte verschiedene landwirtschaftliche Betriebe und eine Forschungseinrichtung in den Bundesstaaten Pennsylvania, Delaware und Iowa. „In Iowa sahen wir, wie modernste Technik in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt. Dank computergesteuerter Maschinenparks, Drohnen und GPS-Einsatz erzielen die Landwirte dort einen höheren Ertrag bei geringerem Wasserverbrauch und weniger Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Dieser technologische Einsatz ermöglicht den Landwirten, die zudem größere zusammenhängende Flächen bewirtschaften, effizienter zu produzieren“, erklärt Hermann Färber.

„Ich finde es wichtig, dass unterschiedliche Standpunkte ernst genommen und intensiv diskutiert werden. Durch den direkten Einblick vor Ort konnte ich manche Haltungen der US-Amerikaner erst richtig nachvollziehen. Deshalb ist es für den weiteren Verlauf der Verhandlungen für ein gemeinsames Freihandelsabkommen von großer Bedeutung, dass dieser intensive Austausch weiter stattfindet“, resümiert der Bundestagsabgeordnete für den Kreis Göppingen.

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